Lohnt sich ein Besuch der Würzburger Residenz?
Ja, für die meisten Menschen – und das liegt zunächst an der Rechnung, nicht am Geschmack. Für etwa zehn Euro bekommt man die Prunkräume und eine Führung dazu, Kinder unter 18 Jahren haben freien Eintritt, und das alles in einem UNESCO-Weltkulturerbe, dessen Treppenhaus eines der größten Deckenfresken der Welt trägt. Kirche und Garten außerhalb des Ticketbereichs kosten nichts. Hier ist es schwer, einen Besuch mit schlechtem Preis-Leistungs-Verhältnis zu erleben.
Die engere Frage ist, wer sie auslassen sollte – und darauf gibt es ebenfalls Antworten.
Was überzeugt
- Die Führung ist im Ticket inbegriffen, auf Englisch um 11 Uhr und 15 Uhr
- Alle unter 18 Jahren haben freien Eintritt, Studierende über 18 mit Ausweis ebenfalls
- Die Hofkirche und der Hofgarten kosten nichts
- Ein kostenloses Universitätsmuseum befindet sich im Südflügel – fast niemand weiß davon
- Das Treppenhaus und seine Decke überstanden 1945 und benötigen keine Rekonstruktionshinweise
Wissenswertes
- Der Großteil des Interieurs ist Nachkriegsrekonstruktion, kein Original aus den 1740ern
- Die Führung dauert etwa 30 Minuten – ein intensiver Besuch bedeutet, danach noch einmal allein durchzugehen
- Tickets können nicht zurückgegeben oder umgetauscht werden, auch nicht die online gekauften
- Elf der zwölf geführten Angebote hier betreten das Gebäude nie
- Kein online buchbares Angebot führt in den Hofkeller unter dem Palast
Die Argumente dafür, in einem Absatz
Ein freitragendes Gewölbe von 18 mal 30 Metern, 23 Meter hoch, mit rund 600 Quadratmetern Fresko von Tiepolo an der Unterseite, in nur zwei Jahren gemalt. Die Palastverwaltung nennt es das größte Deckenfresko aller Zeiten; der Anspruch stammt von ihnen, die Maße sind veröffentlicht, und der Raum bleibt davon unberührt. Dazu eine Führung, die man bereits bezahlt hat, eine Kirche ohne Eintritt, ein Garten aus den Jahren 1759–1770, ebenfalls kostenlos, und ein Ticket für etwa zehn Euro. Die Details gibt es auf der Seite zur Decke und was hier nichts kostet.
Wer sollte es auslassen?
Jeder, der originale Innenräume sucht. Am 16. März 1945 zerstörte ein Luftangriff diesen Palast fast vollständig. Fünf Räume überstanden – das Vestibül, der Gartensaal, das Treppenhaus, der Weiße Saal und der Kaisersaal – allerdings ohne Dächer, und der Wiederaufbau des Übrigen dauerte von 1945 bis 1987. Wenn eine rekonstruierte barocke Innenausstattung für Sie nur eine (wenn auch sehr gute) Kopie ist, wird dieses Gebäude Sie ständig daran erinnern. Diese Geschichte steht auf dem Luftangriff 1945 und dem Wiederaufbau.
Jeder mit nur 90 Minuten Zeit. Die Räume plus 30-minütige Führung plus Kirche plus Garten lassen sich nicht gut komprimieren – und die gekürzte Version ist es, die viele hinterher als enttäuschend beschreiben. Die Zeitplanung findet sich unter wie viel Zeit man braucht.
Jeder, der mit kleinen Kindern reist, die nicht stillstehen. 30 Minuten Stuck und Vergoldung sind für ein fünfjähriges Kind eine Ewigkeit. Der Garten löst das Problem – und ist kostenlos, was den Großteil von Besuchen mit Kindernausmacht.
Jeder, der einen Busausflug hierher gebucht hat. Von zwölf geführten Angeboten beinhaltet eines den Eintritt in die Residenz. Der meistgebuchte Romantische-Straße-Tag in der Region (nach Bewertungen) fährt von München über Harburg nach Rothenburg und hält überhaupt nicht in Würzburg. Das ist keine Kritik an einem guten Busausflug, sondern ein Hinweis, welchen man bucht. Der Vergleich steht auf allen von uns gelisteten Touren und den Romantische-Straße-Tagesausflügen.
Wenn Sie unentschlossen sind, kommen Sie zuerst für den kostenlosen Teil. Hofkirche und Hofgarten kosten nichts und nehmen eine halbe Stunde in Anspruch – und die Kasse befindet sich im Gebäude. Kaum jemand geht diesen Teil durch und entscheidet sich dann gegen das Treppenhaus.
Und ist Würzburg einen Tag wert?
Ein Tag lässt sich gut füllen. Der Palast nimmt einen Vormittag oder Nachmittag ein, die Altstadt ist in eineinhalb Stunden auf der Standardroute zu Fuß erkundbar, und der Wein auf der Brücke dauert danach noch eine Stunde. Rothenburg ist 90 Minuten entfernt, und die Romantische-Straße-Busse fahren vom Hauptbahnhof – die Stadt eignet sich also auch als Basis, nicht nur als Zwischenstopp. Was man mit dem Rest der Zeit anfangen kann, steht unter Aktivitäten jenseits des Palasts.
Der Standard-RundgangWürzburg: Geführte Stadtrundgang-Tour
Wein auf der BrückeWürzburg-Altstadt-Tour mit Weinprobe auf der Alten Mainbrücke
Startet hierRomantische Straße & Rothenburg ob der Tauber Tour ab Würzburg
Zitate bleiben bei den jeweiligen Touren auf der Bewertungsseite, und der gesamte Katalog mit seinen Einschränkungen steht unter allen von uns gelisteten Touren.
Häufig gestellte Fragen
Lohnt sich ein Besuch der Würzburger Residenz?
Für die meisten Besucher ja. Für etwa zehn Euro bekommt man die Prunkräume und eine Führung, unter 18-Jährige haben freien Eintritt, und Hofkirche sowie Hofgarten kosten nichts extra. Das Treppenhaus und seine Decke sind der Grund, warum man sich daran erinnert; siehe Tiepolos Treppenhausdecke.
Wer sollte die Residenz auslassen?
Jeder mit nur 90 Minuten in der Stadt, jeder, der unveränderte Innenräume aus den 1740ern statt der Nachkriegsrekonstruktion (die den Großteil des Gebäudes ausmacht) sucht, und jeder, der hofft, mit einer Busbuchung hineinzukommen – nur eines der zwölf Angebote hier tut das. Alternativen stehen unter Aktivitäten jenseits des Palasts.
Ist Würzburg einen Tag wert?
Ja, und etwa ein Tag ist auch das Richtige: der Palast für die Hälfte der Zeit, die Altstadt zu Fuß, ein Glas fränkischen Wein auf der Brücke, und Rothenburg 90 Minuten entfernt für einen zweiten Ausflugstag. Die optimale Reihenfolge steht unter ein Tag in Würzburg.